Zucker, der süsse Verführer!

Eigentlich war es nicht mein Plan, hier so schnell wieder über Zucker zu schreiben. Aber das Thema ist wirklich so aktuell, dass ich einfach nicht anders kann. Und im Endeffekt komme ich zu dem Schluss, dass wieder selbst zu kochen essentiell ist, da ich damit selbst meine Zutaten bestimmen kann. Ich muss aber leider sogar hochwertige Gewürzmischungen prüfen, denn sogar da finden sich Zucker, wie Maltodextrin, Traubenzucker, Rohrohrzucker, Zucker, …

Zuckerberg

Ich habe den Eindruck, dass der Einsatz von Zucker in Gewürzmischungen zunimmt und bin überzeugt davon, dass es mit der Gesamtmenge an Zucker in unseren Lebensmitteln zu tun hat. Unser Geschmack ist insgesamt nicht mehr so sensibel auf süss. In den 80iger Jahren war es in Wahrheit auch nicht anders, nur dass der allgegenwärtige Geschmack hier aus dem Fläschchen oder dem Würfel kam (Stichwort „Maggi“). Eingesetzt wurde das Fläschchen zum Würzen von Suppen und bald auch allem anderen. Wenn wir in der Lage sind, ohne diesem Geschmack auf unseren Genuss zu kommen, ist es mit Sicherheit auch beim Zucker möglich uns neu zu gewöhnen.

In meinem letzten Bericht habe ich von den subjektiven Veränderungen seit meinem Zuckerverzicht berichtet. Wichtig ist vielleicht zu wissen, dass ich erst angefangen habe, mich mit dem medial viel diskutierten Thema des Zuckerverzichts zu befassen, nachdem ich schon aufgehört hatte, Zucker zu essen. Erst durch mein Bedürfnis, nicht mehr dauernd nur schnelle Energie zu mir zu nehmen und die Veränderung meiner Gewohnheiten, bin ich auf Bücher über zuckerfreie Ernährung aufmerksam geworden. Vor 10 Jahren wäre das nicht so gewesen, da hätte ich vermutlich nicht viel Literatur dazu gefunden.

Natürlich können Chemiker und Wissenschafter jetzt alle nur erdenklichen Argumente bringen, dass Zucker nicht so schlimm oder ungesund oder was auch immer sein soll und die Dosis das Gift macht. Die Schwierigkeit ist aber, dass ein Mittelweg nahezu unmöglich erscheint. Ich weiss, dass ich nur entweder mit oder ohne Zucker kann.

Was meine ich damit? Wenn ich keinen industriell verarbeiteten Zucker esse, macht es mir nichts aus. Ich esse manchmal ein paar Datteln am Tag (0-5), hin und wieder sind es auch Feigen. Vielleicht habe ich auch mal Lust auf einen Apfel, aber von keinem Obst brauche ich Unmengen. Und mir fehlt absolut nichts. Ich freue mich sogar über ein Stückchen 99%iger Schokolade. Davon esse ich nicht eine Tafel auf einmal. Ein Eck (vermutlich so 5-8 g) reichen mir allemal. (Ich weiss, die Meisten finden sie schrecklich, aber ich mag sie inzwischen. Mein Geschmack hat sich verändert. ) 

Beim Genuss mit dem weissen Verführer war mir das nicht möglich! Ich konnte nicht nach einem Bissen aufhören und hatte immer ein Gefühl des Verzichts, vielleicht sogar ein wenig der Kasteiung wenn ich mich eingebremst habe. Ich bin sogar hin und wieder mitten in der Nacht aufgestanden, weil ich dringend etwas Süsses gebraucht habe.

Sind wirklich wissenschaftliche Beweise nötig, um da einen negativen Einfluss auf meinen Körper zu vermuten? Natürlich kommt mit Sicherheit bei Schokoriegeln, Kuchen und Torten noch hinzu, dass die Zutaten in Süssigkeiten insgesamt ein bisschen „unglücklich“ sind. Zu viel Zucker, zu viel Fett, zu viel Alles. Ich verstehe schon, dass ein luftiger Kuchen eine Wohltat ist. Wenn Kuchen und Plundergebäck nicht tägliche Begleiter sind, wäre es auch in Ordnung.

Als Köchin bin ich immer auf der Suche nach dem besten Geschmack und natürlich teste ich Möglichkeiten aus, die mir befriedigende Desserts nur mit Datteln oder anderen Früchten liefern, die auch noch kein Weizenmehl beinhalten. Das ist nicht ganz einfach. Aber eine Herausforderung, die ich bereits angenommen habe. Aber auch bei diesen Kuchen gilt, ich backe sie nicht täglich, ich backe sie zu besonderen Anlässen, zu Einladungen und Feiern zum Beispiel.

Über Weizenmehl habe ich hier noch nichts geschrieben, auch wenn ich den auch nicht mehr in meinem Speiseplan habe. Das kommt irgendwann später. Nur so viel: leider treibt Weizenmehl unseren Blutzuckerspiegel sehr schnell hinauf und wird auch sehr schnell vom Körper verstoffwechselt. Dadurch bekommt man auch schnell wieder Lust auf Süsses. Aber das kommt noch in anderen Erfahrungsberichten.

Zurück zum Zucker: Das Argument pro Zucker, das immer wieder kommt, wenn es um den Zuckerkonsum geht, ist immer das Gleiche: „Die Dosis macht das Gift und auch der Fruchtzucker ist Zucker“. Ja das stimmt alles. Aber wie erklären mir diese Personen, dass ich bei allem, was mit ganzen Früchten gesüsst ist, aufhören kann und beim extrahierten Zucker* nie genug bekomme? Es muss doch etwas damit zu tun haben, dass der Zucker nicht isoliert konsumiert wird!

*Was ich unter extrahiertem Zucker verstehe: Industriezucker, weisser Zucker, brauner Zucker, Rohrohrzucker, Sirupe, Agavendicksaft, Saftkonzentrate, Kokosblütenzucker, … also Zucker, die nicht als komplette Frucht verwendet werden.

Ich kann auch gar nicht oft genug betonen, dass ich nicht täglich „Süsses“ zu mir nehme. Nicht täglich Obst, nicht täglich getrocknete Früchte, nicht täglich Kuchen oder Gebäck mit Datteln. Aber früher, das kann ich mit 100%iger Sicherheit sagen, habe ich täglich Schokolade, Kekse oder ähnliches gegessen.

Ein paar Tips für diejenigen, die vor haben den Zucker wegzulassen:

Es gibt diejenigen, die meinen, schrittweise den Zucker wegzulassen führt zum Erfolg. Mein Weg war es nicht. Ich konnte nicht entweder oder. Ich habe von heute auf morgen alles weggelassen. Zucker, Obst und Weissmehl. Und das für 2 Monate.

Dadurch habe ich sicher grosse Blutzuckerschwankungen umschifft. Erst dann habe ich wieder angefangen, hin und wieder Obst zu essen, aber ich brauche einfach nicht viel davon. Natürlich ist es keine Alternative, Obst und alles wegzulassen, wenn man dann auch kein Gemüse isst. Dann wird man vermutlich scheitern, denn von Fleisch alleine kann keiner leben. Aber bei einer ausgewogenen Ernährung mit viel Gemüse kommt der Körper schon auf seine Vitalstoffe. Dazu muss man nicht 5 mal am Tag Obst essen. Und das ist natürlich auch ein wichtiger Punkt:

Die ausgewogene Ernährung.

Um diese muss ich mich dann schon selber kümmern, denn es ist sehr, sehr schwierig, fertige Nahrungsmittel ohne Zuckerzusatz zu finden. Zu erkennen, bei welchen Stoffen es sich um Zucker handelt, ist nicht immer ganz transparent. Und die Nährwerttabelle als Referenz zu nehmen, hat nur dann einen Sinn, wenn ich meine Broteinheiten berechnen muss. Denn wenn auf einer Packung Maroni, die nur aus Maroni ohne weiteren Zutaten besteht, steht „12 g Zucker auf 100 g“, ist das noch lange kein zugesetzter Zucker.

Natürlich möchte ich jetzt nicht behaupten, dass Gemüse die einzigen „richtigen“ Lebensmittel sind, jeder der mich kennt, weiss dass ich keine Vegetarierin bin, und ob ich Ernährungsphysiologisch alles richtig mache, kann ich auch nicht mit Sicherheit sagen, aber ich fühle mich deutlich wohler, als noch vor einem halben Jahr. Und das sind gute Gründe in dieser Hinsicht weiter zu machen und mein Essen bewusst zu gestalten.

Ich möchte aus rechtlichen Gründen darauf hinweisen, dass ich hier von meinen Erfahrungen schreibe und meine Erfahrungen nicht wissenschaftlich korrekt sein müssen.

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2 Kommentare zu „Zucker, der süsse Verführer!

  1. Danke Yulia, wieder einmal ein großartiger Bericht.

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    1. Danke! Freut mich, dass er dir gefällt!

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